Cannabis Grow Lichtplan: Perfektes Timing

Cannabis Grow Lichtplan – Perfektes Timing für maximale Erträge
Ein durchdachter Lichtplan ist das Herzstück jedes erfolgreichen Cannabis-Indoor-Grows. Die Belichtungsdauer und -intensität steuern das Wachstum, die Blüteeinleitung und die Harzproduktion deiner Pflanzen. In diesem umfassenden Guide erfährst du alles über optimale Lichtzyklen für jede Wachstumsphase.
Grundlagen der Cannabis-Photoperiodik
Cannabis ist eine photoperiodische Pflanze – das bedeutet, dass die Tageslänge bestimmt, ob die Pflanze wächst oder blüht. In der Natur beginnt Cannabis zu blühen, wenn die Tage kürzer werden (Spätsommer/Herbst). Indoor simulieren wir diesen Wechsel durch Anpassung der Belichtungsdauer.
Wie Licht das Pflanzenwachstum steuert
Cannabis nutzt Photorezeptoren (vor allem Phytochrome), um die Tageslänge zu messen. Übersteigt die ununterbrochene Dunkelperiode einen bestimmten Schwellenwert (ca. 10–12 Stunden), wird die Blütenhormon-Produktion ausgelöst. Deshalb ist die ununterbrochene Dunkelperiode wichtiger als die Lichtperiode selbst.
Lichtpläne für photoperiodische Sorten
Vegetative Phase: 18/6 – Der Standard
18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit ist der bewährteste Lichtzyklus für die vegetative Phase. Dieser Zyklus bietet:
- Genug Licht für kräftiges Wachstum
- Eine Ruhephase, in der die Pflanze Energie verarbeitet
- Geringere Stromkosten als 20/4 oder 24/0
- Weniger Hitzestress als bei dauerhafter Beleuchtung
Alternative vegetative Zyklen
| Lichtzyklus | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| 24/0 | Maximales Wachstumspotenzial | Hohe Stromkosten, kein Ruhezyklus, mehr Hitze |
| 20/4 | Schnelleres Wachstum als 18/6 | Etwas höhere Kosten, minimaler Vorteil |
| 18/6 | Bewährt, gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis | Etwas langsamer als 20/4 |
| 16/8 | Niedrige Kosten | Langsameres Wachstum, Blüte bei empfindlichen Sorten möglich |
Blütephase: 12/12 – Nicht verhandelbar
Um die Blüte bei photoperiodischen Sorten einzuleiten und aufrechtzuerhalten, ist ein strikter 12/12-Zyklus erforderlich. Die 12 Stunden Dunkelheit müssen absolut ununterbrochen sein. Schon ein kurzer Lichtblitz kann:
- Die Blüte verzögern oder stoppen
- Zwitterbildung auslösen
- Die Pflanze zurück in die Vegi schicken (Re-Vegging)
Wichtig: Wenn du während der Dunkelphase in der Growbox arbeiten musst, verwende ausschließlich grünes Licht. Cannabis-Phytochrome reagieren kaum auf grünes Licht, sodass die Dunkelperiode nicht unterbrochen wird.
Lichtpläne für Autoflowering-Sorten
Autoflower blühen unabhängig vom Lichtzyklus dank ihrer Ruderalis-Genetik. Trotzdem beeinflusst die Lichtmenge den Ertrag:
Empfohlene Autoflower-Lichtzyklen
| Zyklus | Empfehlung | Tägliche Lichtstunden |
|---|---|---|
| 20/4 | Optimal – bester Kompromiss | 20 Stunden |
| 18/6 | Gut – spart Strom | 18 Stunden |
| 24/0 | Möglich – kaum Mehrertrag | 24 Stunden |
Die meisten erfahrenen Autoflower-Grower empfehlen 20/4 über den gesamten Lebenszyklus. Die 4 Stunden Dunkelheit geben der Pflanze Zeit, bestimmte biochemische Prozesse durchzuführen, die nur in der Dunkelheit stattfinden.
Lichtintensität planen – PPFD und DLI
Neben der Belichtungsdauer ist die Lichtintensität entscheidend. Die beiden wichtigsten Messwerte sind:
PPFD (Photosynthetic Photon Flux Density)
PPFD misst die Anzahl der photosynthetisch aktiven Photonen, die pro Sekunde auf einen Quadratmeter treffen. Die Einheit ist µmol/m²/s.
| Phase | Optimaler PPFD-Bereich |
|---|---|
| Keimling | 100–300 µmol/m²/s |
| Vegetativ | 400–600 µmol/m²/s |
| Blüte | 600–900 µmol/m²/s |
| Blüte mit CO₂-Supplementierung | 900–1.500 µmol/m²/s |
DLI (Daily Light Integral)
Der DLI fasst die gesamte Lichtmenge zusammen, die eine Pflanze pro Tag erhält. Er wird in mol/m²/Tag gemessen und berechnet sich aus: PPFD × Belichtungsstunden × 3.600 / 1.000.000.
- Vegetative Phase: 25–35 mol/m²/Tag
- Blütephase: 35–50 mol/m²/Tag
- Maximum: Über 65 mol/m²/Tag nur mit CO₂-Supplementierung
Lichtabstand und Gleichmäßigkeit
Optimaler Abstand der Lampe
Der richtige Abstand zwischen Lampe und Pflanzenkrone hängt von der Lichtquelle ab:
- LED Quantum Boards (200–300 W) – 30–50 cm in der Blüte, 50–70 cm in der Vegi
- HPS 400 W – 40–50 cm mit Reflektor
- HPS 600 W – 50–60 cm mit Reflektor
- CFL/ESL – 10–20 cm (geringe Hitzeentwicklung)
Tipp: Halte deine Hand auf Höhe der Pflanzenkrone unter die Lampe. Wenn es nach 30 Sekunden unangenehm warm wird, ist die Lampe zu nah.
Lichtverteilung optimieren
Eine gleichmäßige Lichtverteilung ist entscheidend. Pflanzen am Rand der Growbox erhalten oft weniger Licht als solche in der Mitte. Maßnahmen zur Optimierung:
- Reflektierende Innenwände (Mylar oder weiße Folie)
- Lampe mit breitem Abstrahlwinkel wählen
- Pflanzen regelmäßig drehen
- LST und SCROG für gleichmäßige Kronenhöhe
Spezielle Lichttechniken
Sunrise/Sunset-Dimming
Anstatt das Licht abrupt ein- und auszuschalten, simulierst du mit dimmfähigen LEDs einen natürlichen Sonnenauf- und -untergang. Über 15–30 Minuten wird die Intensität graduell erhöht oder reduziert. Das reduziert Stress und kann die Trichom-Produktion verbessern.
Gas Lantern Routine (GLR)
Die Gas Lantern Routine ist ein experimenteller Lichtzyklus für die vegetative Phase: 12 Stunden Licht, 5,5 Stunden Dunkelheit, 1 Stunde Licht, 5,5 Stunden Dunkelheit. Dieser Zyklus spart Strom, hält die Pflanze aber durch die Lichtunterbrechung der Dunkelphase im vegetativen Zustand. Die Methode ist umstritten und nicht für Anfänger empfohlen.
Schwazzing und Entlaubung
Obwohl keine Lichttechnik im engeren Sinne, verbessert strategisches Entfernen von Fächerblättern die Lichtdurchdringung zu unteren Blüten. Schwazzing – das radikale Entfernen vieler Blätter – sollte nur von erfahrenen Growern angewendet werden.
Lichtzyklus-Wechsel richtig durchführen
Von Vegi zu Blüte
Der Wechsel von 18/6 auf 12/12 sollte am besten so erfolgen, dass die bestehende Dunkelperiode einfach verlängert wird. Beispiel: Wenn dein Licht bisher von 6:00–24:00 Uhr lief (18/6), lasse es am Umstelltag einfach erst um 12:00 Uhr angehen. Ab diesem Tag schaltet die Zeitschaltuhr 12/12.
Zeitplan erstellen
| Phase | Woche | Lichtzyklus | PPFD | Dimming |
|---|---|---|---|---|
| Keimling | 1–2 | 18/6 | 200 | 40 % |
| Frühe Vegi | 3–4 | 18/6 | 400 | 60 % |
| Späte Vegi | 5–6 | 18/6 | 600 | 80 % |
| Frühe Blüte | 7–9 | 12/12 | 700 | 90 % |
| Volle Blüte | 10–14 | 12/12 | 800–900 | 100 % |
| Reife | 15+ | 12/12 | 700 | 90 % |
Stromkosten kalkulieren
Der Lichtzyklus bestimmt maßgeblich deine Stromkosten. Eine einfache Rechnung:
- Lampenleistung (Watt) × Betriebsstunden pro Tag ÷ 1.000 = kWh pro Tag
- kWh pro Tag × Strompreis (ca. 0,35 €) = Kosten pro Tag
Beispiel: 300-Watt-LED im 18/6-Zyklus: 300 × 18 ÷ 1.000 = 5,4 kWh × 0,35 € = 1,89 € pro Tag ≈ 57 € pro Monat.
Fazit: Der Lichtplan als Erfolgsgarant
Ein korrekt umgesetzter Lichtplan ist die Grundlage für gesunde Pflanzen und hohe Erträge. Photoperiodische Sorten benötigen den exakten Wechsel von 18/6 auf 12/12, während Autoflower am besten bei konstanten 20/4 gedeihen. Investiere in eine zuverlässige Zeitschaltuhr und kontrolliere regelmäßig, ob der Zyklus eingehalten wird.
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Dieser Artikel wurde von AboutWeed erstellt.






