Cannabis und Ringelblume anbauen – Bunte Begleiter im Grow
Ringelblumen (Calendula officinalis) gehören zu den vielseitigsten und farbenfrohsten Begleitpflanzen im Cannabis-Anbau. Diese robusten, pflegeleichten Blumen sind weit mehr als nur Dekoration – sie sind aktive Schädlingsbekämpfer, Bodenverbesserer und Nützlingsmagneten. Erfahre in diesem Guide, wie du Cannabis und Ringelblumen als bunte Begleiter erfolgreich zusammen anbaust.
Warum Ringelblumen perfekt für den Cannabis-Grow sind
Die Vorteile der Ringelblume
- Schädlingsfalle: Ringelblumen ziehen Blattläuse und Weiße Fliegen an – weg von deinem Cannabis (Trap Cropping)
- Nematoden-Abwehr: Die Wurzeln setzen Alpha-Terthienyl frei, das schädliche Wurzelnematoden abtötet
- Nützlinge anlocken: Die leuchtenden Blüten ziehen Marienkäfer, Schwebfliegen und parasitäre Wespen an
- Bodenverbesserung: Ringelblumenwurzeln lockern den Boden und fördern das Bodenleben
- Mykorrhiza fördern: Ringelblumen unterstützen die Entwicklung von Mykorrhiza-Netzwerken im Boden
- Pilzschutz: Bestimmte Verbindungen in der Ringelblume hemmen Botrytis und andere Pilze
Das Trap-Cropping-Prinzip
Eine der wichtigsten Funktionen der Ringelblume im Cannabis-Grow ist das Trap Cropping. Dabei dient die Ringelblume als Opferpflanze, die Schädlinge von den wertvolleren Cannabispflanzen ablenkt.
- Blattläuse bevorzugen Ringelblumen gegenüber Cannabis
- Weiße Fliegen werden von den gelb-orangen Blüten angelockt
- Die Schädlinge sammeln sich auf den Ringelblumen und können dort gezielt bekämpft werden
- Gleichzeitig locken die Ringelblumen Nützlinge an, die die Schädlinge fressen
Ringelblumen-Sorten für den Cannabis-Anbau
Calendula officinalis (Echte Ringelblume)
- Die klassische Garten-Ringelblume
- 30–60 cm hoch, kompakter Wuchs
- Starke Nematoden-abwehrende Wirkung
- Orange und gelbe Blüten
Tagetes erecta (Aufrechte Studentenblume)
- Wird oft mit der echten Ringelblume verwechselt
- Noch stärkere Nematoden-Abwehr
- Intensiverer Geruch – stärkere Schädlingsabwehr
- 40–80 cm hoch
Tagetes patula (Niedrige Studentenblume)
- Kompakt, nur 20–30 cm hoch
- Ideal für Indoor-Grows mit begrenztem Platz
- Bunte Farbvielfalt (gelb, orange, rot, zweifarbig)
Anbauanleitung
Aussaat
- Ringelblumensamen 1–2 cm tief in die Erde setzen
- Keimtemperatur: 15–20 °C
- Keimzeit: 5–10 Tage
- Oder als Setzlinge kaufen und direkt auspflanzen
Platzierung
- Indoor: 1–3 Ringelblumen in kleinen Töpfen am Rand der Growbox
- Outdoor: Ringelblumen als Randbepflanzung um das Cannabis-Beet oder zwischen den Pflanzen
- Abstand: 20–40 cm zu den Cannabispflanzen
- Trap-Cropping-Strategie: Ringelblumen leicht außerhalb des Cannabis-Bereichs platzieren, damit sie Schädlinge abfangen, bevor diese das Cannabis erreichen
Optimale Bedingungen
- Licht: Ringelblumen lieben Sonne – gedeihen auch unter Cannabis-Beleuchtung
- Temperatur: 15–28 °C – robust und anpassungsfähig
- Substrat: Normale Gartenerde, nicht zu nährstoffreich
- Bewässerung: Mäßig – Ringelblumen vertragen leichte Trockenheit besser als Nässe
Pflege der Ringelblumen im Cannabis-Grow
- Verblühte Blüten regelmäßig entfernen – fördert die Nachblüte
- Ringelblumen nicht zu stark düngen – magerer Boden fördert die Blütenbildung
- Bei Bedarf zurückschneiden, wenn sie zu groß werden
- Auf Mehltau achten – bei schlechter Luftzirkulation anfällig
Nematoden-Schutz durch Ringelblumen
Eine der wertvollsten Eigenschaften von Ringelblumen ist ihre Fähigkeit, schädliche Wurzelnematoden zu bekämpfen. Diese mikroskopischen Würmer können Cannabis-Wurzeln befallen und erhebliche Schäden anrichten.
- Die Wurzeln der Ringelblume setzen Alpha-Terthienyl und andere Thiophene frei
- Diese Verbindungen töten schädliche Nematoden im Boden ab
- Der Effekt ist besonders stark bei Tagetes-Arten
- Für maximale Wirkung: Ringelblumen mindestens 2–3 Monate vor dem Cannabis pflanzen
- Die Nematodenabwehr wirkt noch Wochen nach dem Entfernen der Ringelblumen
Ringelblumen als Bodenanzeiger
Ringelblumen können dir auch Informationen über die Bodenqualität geben.
- Kräftig blühende Ringelblumen deuten auf gesunden, nährstoffreichen Boden
- Kümmerliches Wachstum kann auf Nährstoffmangel oder Bodenkontamination hindeuten
- Pilzbefall an den Ringelblumen kann ein Frühwarnsignal für Pilzprobleme im Grow sein
Ringelblumen-Extrakt als natürliches Pflanzenschutzmittel
Aus Ringelblumenblüten lässt sich ein natürliches Pflanzenschutzmittel herstellen.
- Eine Handvoll Ringelblumenblüten in 1 Liter Wasser einweichen
- 24 Stunden ziehen lassen
- Abseihen und in eine Sprühflasche füllen
- Cannabispflanzen leicht besprühen (nur in der Vegetationsphase)
- Wirkt abschreckend auf Blattläuse und Weiße Fliegen
Herausforderungen
- Trap-Cropping-Risiko: Wenn zu wenige Nützlinge vorhanden sind, können die angelockten Schädlinge von der Ringelblume auf das Cannabis überspringen
- Platzbedarf: Ringelblumen können buschig werden – regelmäßig kontrollieren
- Feuchtigkeit: Zu nasse Bedingungen begünstigen Mehltau an den Ringelblumen
- Selbstaussaat: Ringelblumen säen sich reichlich selbst aus – Samen vor der Reife entfernen, wenn nicht gewünscht
Fazit: Ringelblumen als farbenfrohe Schutzpatrone
Cannabis und Ringelblumen bilden eine bewährte Companion-Growing-Partnerschaft, die Schönheit mit Funktion verbindet. Von der Nematoden-Abwehr über das Trap Cropping bis hin zur Nützlingsanziehung bieten Ringelblumen ein umfassendes Schutzpaket für deine Cannabispflanzen. Gleichzeitig verschönern sie jeden Grow mit ihren leuchtenden Blüten. Ein echter Gewinn für jeden Gärtner und Grower.
Dieser Artikel wurde von AboutWeed erstellt.