
Der richtige Lichtplan ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren beim Anbau von Autoflowering Cannabis. Doch welcher Lichtzyklus ist wirklich der beste? In diesem Guide erfährst du alles, was du über den optimalen Autoflower Cannabis Lichtplan wissen musst – von der Keimung bis zur Ernte.
Autoflowering Cannabispflanzen unterscheiden sich grundlegend von photoperiodischen Sorten, wenn es um Licht geht. Während reguläre Sorten einen 12/12-Lichtzyklus brauchen, um in die Blüte überzugehen, beginnen Autoflower automatisch zu blühen – unabhängig von der Lichtdauer. Das liegt an ihren Cannabis-Ruderalis-Genen, die sich in den kurzen Sommern Zentralasiens und Russlands entwickelt haben.
Diese Eigenschaft eröffnet dir eine Freiheit, die photoperiodische Grower nicht haben: Du kannst den Lichtzyklus unabhängig von der Blühphase wählen und optimieren. Und genau hier liegt enormes Potenzial für bessere Erträge.
Der 18/6-Zyklus ist der Klassiker und wird von vielen Growern als Standard für Autoflower verwendet. Er bietet eine gute Balance zwischen Lichtmenge und Energieeffizienz.
Vorteile:
Nachteile:
Der 20/4-Zyklus gilt bei vielen erfahrenen Growern als der Sweet Spot für Autoflower Cannabis. Er bietet mehr Licht als 18/6, lässt der Pflanze aber noch eine Ruhephase.
Vorteile:
Nachteile:
Einige Grower schwören auf Dauerlicht für Autoflower. Die Logik: Mehr Licht = mehr Photosynthese = mehr Ertrag. Doch so einfach ist es nicht.
Vorteile:
Nachteile:
| Faktor | 18/6 | 20/4 | 24/0 |
|---|---|---|---|
| Ertragspotenzial | Gut | Sehr gut | Gut bis sehr gut |
| Stromkosten | Niedrig | Mittel | Hoch |
| Stress-Risiko | Sehr niedrig | Niedrig | Mittel |
| Terpenproduktion | Gut | Sehr gut | Befriedigend |
| Anfängerfreundlich | Ja | Ja | Bedingt |
| DLI bei 600 PPFD | 38.9 | 43.2 | 51.8 |
Basierend auf Erfahrungswerten und wissenschaftlichen Erkenntnissen empfehlen wir den 20/4-Lichtzyklus als optimalen Standard für Autoflower Cannabis. Er bietet die beste Balance aus:
Neben dem Lichtzyklus ist die Intensität deiner Beleuchtung entscheidend. Eine Autoflower braucht in verschiedenen Wachstumsphasen unterschiedlich viel Licht.
Sämlinge sind empfindlich und brauchen sanftes Licht. Zu viel Intensität kann die zarten Blättchen verbrennen.
Jetzt braucht deine Autoflower mehr Licht für kräftiges Wachstum.
In der Blüte brauchen deine Pflanzen die maximale Lichtmenge, die sie verarbeiten können.
Das Daily Light Integral (DLI) ist ein Konzept aus der professionellen Gärtnerei und misst die Gesamtmenge an photosynthetisch aktiver Strahlung, die eine Pflanze pro Tag erhält. Der DLI wird in mol/m²/Tag angegeben.
Für Cannabis gelten folgende optimale DLI-Werte:
| Phase | Optimaler DLI | Minimum | Maximum |
|---|---|---|---|
| Sämling | 15-20 | 10 | 25 |
| Vegetativ | 25-40 | 20 | 45 |
| Blüte | 40-55 | 30 | 65 |
Die DLI-Berechnung ist einfach: DLI = PPFD × Lichtstunden × 0,0036. Beispiel: 600 PPFD × 20 Stunden × 0,0036 = 43,2 mol/m²/d.
Moderne LED-Lampen sind für den Autoflower-Anbau die beste Wahl. Sie bieten:
HPS-Lampen waren jahrelang der Standard, werden aber zunehmend von LEDs verdrängt. Nachteile sind hohe Wärmeentwicklung, höherer Stromverbrauch und weniger Spektrumkontrolle. Für Autoflower, die bei 20 Stunden Licht laufen, ist die Wärmeentwicklung besonders problematisch.
Nur für die Sämlingsphase empfehlenswert. Für die Blüte fehlt die nötige Intensität.
Das Lichtspektrum spielt eine wichtige Rolle für die Pflanzenentwicklung:
Hochwertige Full-Spectrum-LEDs decken den gesamten relevanten Bereich ab. Für Autoflower in der Blüte ist ein höherer Rotanteil vorteilhaft.
Obwohl Autoflower theoretisch unabhängig vom Lichtzyklus blühen, kann ein plötzlicher Wechsel (z.B. von 24/0 auf 18/6) die Pflanze stressen. Wähle deinen Lichtzyklus zu Beginn und bleibe dabei.
Ein häufiger Anfängerfehler: Die LED auf voller Leistung für winzige Sämlinge. Starte niedrig und steigere schrittweise über 2-3 Wochen.
Pflanzen am Rand des Lichtfußabdrucks erhalten weniger PPFD als Pflanzen in der Mitte. Rotiere deine Töpfe regelmäßig oder passe die Lampenposition an.
Auch wenn Autoflower nicht so empfindlich auf Lichtlecks reagieren wie photoperiodische Sorten, solltest du die Dunkelphase trotzdem respektieren. Verdunkle deinen Growraum so gut wie möglich.
Light Burn (Lichtverbrennung) zeigt sich durch gebleichte, weiße Blattspitzen trotz gesunder, grüner Blätter darunter. Erhöhe den Abstand sofort, wenn du diese Symptome siehst.
Outdoor-Grower haben weniger Kontrolle über den Lichtplan, können aber dennoch optimieren:
Ein wichtiger praktischer Aspekt ist der Stromverbrauch. Hier eine Beispielrechnung für eine 240W-LED:
| Lichtzyklus | kWh/Tag | kWh/Monat | Kosten/Monat (0,35€/kWh) |
|---|---|---|---|
| 18/6 | 4,32 | 129,6 | 45,36€ |
| 20/4 | 4,80 | 144,0 | 50,40€ |
| 24/0 | 5,76 | 172,8 | 60,48€ |
Der Unterschied zwischen 18/6 und 20/4 liegt bei nur etwa 5 Euro pro Monat – ein geringer Aufpreis für potenziell 10-20% mehr Ertrag.
Der optimale Lichtplan für Autoflower Cannabis lässt sich so zusammenfassen:
Mit dem richtigen Lichtplan legst du den Grundstein für gesunde, ertragreiche Autoflower-Pflanzen. Investiere in eine hochwertige LED-Lampe, halte dich an die empfohlenen Werte und beobachte deine Pflanzen aufmerksam – sie zeigen dir, ob sie zufrieden sind.
Dieser Artikel wurde von AboutWeed erstellt.

9. Februar 2026