
Wenn du an Cannabis denkst, fallen dir wahrscheinlich THC, CBD und Terpene ein. Doch es gibt eine weitere wichtige Stoffgruppe, die oft übersehen wird: Flavonoide. Diese natürlichen Pflanzenpigmente sind nicht nur für die leuchtenden Farben deiner Blüten verantwortlich – sie beeinflussen auch Geschmack, Geruch und möglicherweise die Wirkung von Cannabis.
Flavonoide sind eine große Gruppe sekundärer Pflanzenstoffe, die in fast allen Pflanzen vorkommen. In Cannabis machen sie etwa 10 % der bekannten bioaktiven Verbindungen aus. Insgesamt wurden über 20 verschiedene Flavonoide in Cannabis identifiziert.
Die einzigen Flavonoide, die ausschließlich in Cannabis vorkommen. Sie sind besonders interessant für die Forschung.
Eines der häufigsten Flavonoide in der Natur, auch in Äpfeln, Zwiebeln und Tee enthalten.
Kommt auch in Kamille vor und ist bekannt für seine beruhigenden Eigenschaften.
Ein Flavonoid mit antioxidativen Eigenschaften, das auch in Grünkohl und Brokkoli vorkommt.
Verantwortlich für die violetten und blauen Farben in Cannabis-Blüten. Werden bei kühleren Temperaturen (Nachttemperaturen unter 15 °C) verstärkt produziert.
Der Entourage-Effekt beschreibt die Synergie zwischen allen bioaktiven Verbindungen in Cannabis – Cannabinoide, Terpene und eben auch Flavonoide. Die Theorie: Die Gesamtwirkung von Cannabis ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.
Flavonoide könnten auf mehrere Arten zum Entourage-Effekt beitragen:
Du kannst die Flavonoid-Produktion deiner Cannabis-Pflanzen gezielt fördern:
UV-Strahlung stimuliert die Flavonoid-Produktion als Schutzreaktion der Pflanze. Kurze UV-B-Bestrahlung in der späten Blüte kann die Flavonoid-Konzentration erhöhen.
Kühle Nachttemperaturen (15–18 °C) in der späten Blüte fördern die Anthocyan-Produktion – deine Blüten werden violetter und farbenprächtiger.
Kontrollierter, leichter Stress (z. B. Wasserstress kurz vor der Ernte) kann die Flavonoid-Produktion anregen.
| Farbe | Verantwortliches Flavonoid | Gefördert durch |
|---|---|---|
| Violett/Lila | Anthocyane | Kühle Nachttemperaturen |
| Blau | Anthocyane (bei höherem pH) | Kühle Temp. + leicht basischer pH |
| Rot | Anthocyane (bei niedrigerem pH) | Kühle Temp. + leicht saurer pH |
| Gelb/Orange | Carotinoide + Flavonole | Natürliche Reife, Nährstoff-Mobilisierung |
Die Forschung zu Cannabis-Flavonoiden steht noch am Anfang, aber die bisherigen Erkenntnisse sind vielversprechend. Besonders die Cannflavine könnten in Zukunft für die Entwicklung neuer Produkte relevant werden. Die Cannabis-Industrie beginnt, neben THC und CBD auch das Flavonoid-Profil von Sorten zu analysieren und zu vermarkten.
Ja, Flavonoide tragen zum Geschmack bei. Quercetin z. B. verleiht einen leicht bitteren Geschmack, während andere Flavonoide zu fruchtigen oder erdigen Noten beitragen.
Teilweise. Einige Flavonoide überleben die Verbrennung, andere werden zerstört. Verdampfen (Vaporizing) bei niedrigeren Temperaturen erhält mehr Flavonoide als Verbrennung.
Das hängt von der Genetik ab. Manche Sorten tragen das genetische Potenzial für Anthocyan-Produktion, andere nicht. Kühle Temperaturen aktivieren dieses Potenzial, können aber keine Farbe erzeugen, die genetisch nicht angelegt ist.
Dieser Artikel wurde von AboutWeed erstellt.

9. Februar 2026