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Nils Beyer·

Cannabispflanze gießen

Wasser & Nährstoffe
Cannabispflanzen gießen Bannerbild

Cannabispflanze richtig gießen – Der komplette Bewässerungs-Guide

Das richtige Gießen der Cannabispflanze ist eine der wichtigsten Fähigkeiten, die ein Grower beherrschen muss. Sowohl Über- als auch Unterwässerung gehören zu den häufigsten Anbaufehlern und können Wachstum, Gesundheit und Ertrag erheblich beeinträchtigen. Dieser Guide erklärt dir alles über die optimale Bewässerung deiner Cannabispflanzen.

Grundlagen der Cannabis-Bewässerung

Warum Wasser so wichtig ist

Wasser erfüllt in der Cannabispflanze mehrere essentielle Funktionen:

  • Photosynthese: Wasser ist ein direktes Substrat – ohne Wasser keine Zuckerproduktion
  • Nährstofftransport: Mineralien werden gelöst im Wasser von den Wurzeln in die Pflanze transportiert
  • Turgor-Druck: Wasser in den Zellen hält die Pflanze aufrecht
  • Temperaturregulierung: Transpiration kühlt die Pflanze
  • Enzymaktivität: Alle biochemischen Reaktionen brauchen Wasser als Medium

Die Wet-Dry-Cycle-Methode

Die beste Bewässerungsmethode für Cannabis in Erde ist der Wet-Dry-Cycle (Feucht-Trocken-Zyklus):

  1. Gründlich gießen: So viel Wasser geben, bis 10–20% als Ablauf unten herausläuft
  2. Trocknen lassen: Warten, bis die obersten 2–3 cm der Erde trocken sind
  3. Wieder gießen: Wenn die Erde leicht ist (Topf anheben!) und die Oberfläche trocken

Warum Wet-Dry-Zyklen wichtig sind

  • Sauerstoff für die Wurzeln: Beim Trocknen strömt frische Luft in den Boden
  • Wurzelwachstum fördern: Wurzeln suchen aktiv nach Wasser und wachsen tiefer
  • Schimmel vorbeugen: Ständig feuchter Boden fördert Pilzinfektionen

Wie erkenne ich, wann gegossen werden muss?

MethodeBeschreibungZuverlässigkeit
Topf-GewichtTrockener Topf = leicht, nasser Topf = schwerSehr hoch
Finger-TestFinger 2–3 cm in die Erde – trocken = gießenHoch
BlattbeobachtungLeichtes Hängen = Durst (aber nicht zu lange warten!)Mittel
FeuchtigkeitsmesserElektronisches Gerät misst BodenfeuchtigkeitHoch
ErdoberflächeHelle, trockene Oberfläche = Zeit zu gießenMittel

Bewässerung nach Wachstumsphase

Sämling (Woche 1–2)

  • Sehr wenig Wasser – Sprühflasche verwenden
  • Nur den Bereich um den Sämling befeuchten
  • Alle 2–3 Tage leicht besprühen

Vegetationsphase (Woche 3–8)

  • Gießmenge steigern, wenn die Pflanze wächst
  • Wet-Dry-Zyklen: alle 2–4 Tage gründlich gießen
  • pH des Gießwassers: 6,0–6,8 (Erde)

Blütephase

  • Größere Pflanzen brauchen mehr Wasser
  • In der Blüte kann tägliches Gießen nötig sein
  • Letzte 1–2 Wochen: Flush mit reinem, pH-eingestelltem Wasser

Wasserqualität und pH-Wert

Wasserqualität

WassertypEC-WertEignung
Leitungswasser0,2–0,5 mS/cmGut, wenn pH stimmt. Chlor 24h abstehen lassen
Gefiltertes Wasser0,1–0,3 mS/cmSehr gut
Osmosewasser0,0–0,05 mS/cmIdeal für Hydro, braucht Cal-Mag-Zusatz
Regenwasser0,0–0,1 mS/cmGut, wenn nicht verschmutzt

pH-Wert einstellen

  • Erde: pH 6,0–6,8 (optimal 6,3–6,5)
  • Kokos: pH 5,8–6,2
  • Hydroponik: pH 5,5–6,0
  • pH Down: Phosphorsäure oder Zitronensäure zum Senken
  • pH Up: Kaliumhydroxid oder Kaliumsilikat zum Erhöhen

Wassertemperatur

Die Temperatur des Gießwassers ist wichtiger, als viele denken:

  • Optimal: 20–22°C
  • Zu kalt (unter 15°C): Wurzelstress, reduzierte Nährstoffaufnahme, Schock
  • Zu warm (über 25°C): Weniger gelöster Sauerstoff, Pythium-Risiko

Überwässerung – Das häufigste Problem

Symptome

  • Herabhängende, schwere Blätter (nicht welk, sondern schwer)
  • Langsames oder gestopptes Wachstum
  • Gelbliche Verfärbung der unteren Blätter
  • Ständig nasses Substrat, muffiger Geruch

Lösung

  • Sofort aufhören zu gießen
  • Warten, bis der Topf deutlich leichter ist
  • Drainage verbessern (mehr Perlit ins Substrat)
  • Bei schweren Fällen: Umtopfen in trockenes Substrat

Unterwässerung erkennen und beheben

Symptome

  • Welke, dünne, papierartige Blätter
  • Erde extrem trocken und hart, zieht sich vom Topfrand
  • Pflanze erholt sich schnell nach dem Gießen (im Gegensatz zu Überwässerung)

Lösung

  • Langsam und gründlich gießen
  • Bei stark ausgetrockneter Erde: Topf in Wasser stellen und von unten saugen lassen
  • Gießrhythmus anpassen – häufiger, aber dafür moderate Mengen

Automatische Bewässerung

Für größere Setups oder Urlaub bietet sich automatische Bewässerung an:

SystemVorteileNachteile
TropfbewässerungPräzise, automatisierbar, spart WasserInstallation, Verstopfungsgefahr
Blumat-TonkegelAutomatisch, ohne Strom, gleichmäßigNicht für alle Topfgrößen, Einstellaufwand
Ebbe-FlutGleichmäßige Bewässerung, für viele TöpfeKomplexer Aufbau, Pumpe nötig

Fazit: Gießen wie ein Profi

Das richtige Gießen der Cannabispflanze ist keine Raketenwissenschaft, erfordert aber Aufmerksamkeit und Erfahrung. Halte dich an die Wet-Dry-Zyklen, kontrolliere den pH-Wert, nutze die richtige Wassertemperatur und lerne, die Signale deiner Pflanze zu lesen. Mit der Zeit entwickelst du ein Gefühl dafür, wann und wie viel deine Pflanzen brauchen.

Dieser Artikel wurde von AboutWeed erstellt.