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Cannabis Outdoor Anbaukalender: Timing & Phasen

Outdoor- & Gewächshausanbau
Cannabis Outdoor Anbaukalender

Cannabis Outdoor Anbaukalender: Timing und Phasen im Überblick

Erfolgreiches Outdoor-Growing beginnt mit einem klaren Plan. Der Cannabis Outdoor Anbaukalender gibt dir Orientierung, wann welche Phase beginnt, welche Aufgaben anstehen und worauf du besonders achten musst. In diesem Guide erfährst du alles über das perfekte Timing — von der Keimung bis zur Ernte.

Die vier Hauptphasen des Outdoor-Cannabis-Anbaus

Jeder Outdoor-Grow lässt sich in vier klar definierte Phasen einteilen:

  • Phase 1: Keimung und Voranzucht (März–April)
  • Phase 2: Vegetatives Wachstum (Mai–Juli)
  • Phase 3: Blüte (August–Oktober)
  • Phase 4: Ernte und Nachbereitung (Oktober–November)

Phase 1: Keimung und Voranzucht (März–April)

Der richtige Startzeitpunkt

In Mitteleuropa startest du die Voranzucht 6–8 Wochen vor dem geplanten Auspflanzen. Das bedeutet:

  • Auspflanzen geplant Mitte Mai: Start der Keimung Ende März
  • Auspflanzen geplant Ende Mai: Start der Keimung Mitte April

Keimungsmethoden

  • Papiertuch-Methode: Samen zwischen feuchte Küchentücher legen, warm und dunkel lagern (22–25 °C)
  • Direkt in Erde: Samen 1 cm tief in feuchte Anzuchterde stecken
  • Wasserglas-Methode: Samen 12–24 Stunden in Wasser einweichen, dann in Erde
  • Jiffy-Pellets: Quelltabs aus Torf — einfach und sauber

Voranzucht Indoor

Die ersten Wochen verbringen deine Pflanzen drinnen:

  • Kleine LED-Lampe oder helle Fensterbank (Südseite)
  • 18/6 Lichtzyklus (18 Stunden Licht, 6 Stunden Dunkelheit)
  • Temperatur: 20–25 °C
  • Luftfeuchtigkeit: 65–70 % (Propagator oder Plastikfolie)
  • Erste Düngung ab dem 3. Blattpaar mit 1/4 Dosierung

Abhärten (Hardening Off)

Ab Mitte April Pflanzen schrittweise an Outdoor-Bedingungen gewöhnen:

  • Tag 1–3: 2 Stunden im Halbschatten
  • Tag 4–7: 4 Stunden mit etwas direkter Sonne
  • Tag 8–14: Ganztags draußen, nachts reinbringen
  • Bei Temperaturen unter 10 °C immer reinholen

Phase 2: Vegetatives Wachstum (Mai–Juli)

Mai: Auspflanzen

Nach den Eisheiligen (15.–20. Mai) kommen die Pflanzen endgültig nach draußen:

  • Nachttemperatur stabil über 10 °C
  • Pflanzlöcher großzügig vorbereiten (doppelt so groß wie der Topf)
  • Mykorrhiza-Pilze ins Pflanzloch geben — fördert Wurzelwachstum
  • Mulchschicht auftragen
  • Schneckenschutz nicht vergessen

Juni: Hauptwachstum

Die längsten Tage des Jahres treiben das Wachstum an:

  • Pflanzen können 5–10 cm pro Tag wachsen
  • Stickstoffbetonte Düngung (alle 7–10 Tage)
  • Training starten: Topping beim 5.–6. Nodien-Paar
  • LST anwenden: Zweige sanft herunterbiegen
  • Schädlingsmonitoring: Gelbtafeln aufhängen, Blattunterseiten prüfen

Juli: Letztes Training und Vorbereitung auf die Blüte

  • Letztes Topping spätestens Anfang Juli
  • Defoliation: Innere und beschattete Blätter entfernen
  • Pflanzen erreichen 80–90 % ihrer Endgröße
  • Stützsystem installieren (Bambusstäbe, Tomatengitter, SCROG-Netz)
  • Ab Ende Juli: Düngung langsam umstellen (weniger N, mehr P und K)

Phase 3: Blüte (August–Oktober)

August: Blüteeinleitung

Ab Mitte August sinkt die Tageslänge unter die kritische Schwelle — die Blüte beginnt:

  • Erste Vorblüten erscheinen (weiße Pistillen bei weiblichen Pflanzen)
  • Männliche Pflanzen sofort entfernen (bei regulären Samen)
  • Düngung auf Blüte umstellen: P-K betont (z. B. N-P-K: 1-3-2)
  • Kein Training oder Beschneiden mehr — Stress vermeiden
  • Auf Hermaphroditen achten (Bananenförmige Staubgefäße)

September: Vollblüte

  • Blüten schwellen an und werden dicht
  • Harzproduktion steigt massiv — intensiver Geruch
  • Trichome werden unter der Lupe sichtbar
  • Schimmelgefahr steigt — täglich Buds kontrollieren
  • Nach Regen: Pflanzen vorsichtig schütteln
  • Schwere Zweige stützen, damit sie nicht brechen
  • Ab Ende September: Flushing beginnen bei Frühblühern

Oktober: Reife und Ernte

  • Trichome täglich prüfen mit 60x Lupe oder digitaler Mikroskop
  • Klare Trichome: Noch nicht reif
  • Milchig-weiße Trichome: Peak THC — energetischere Wirkung
  • Bernsteinfarbene Trichome: THC baut ab zu CBN — sedierendere Wirkung
  • Idealer Erntezeitpunkt: 70 % milchig, 30 % bernstein
  • Vor dem ersten Frost ernten — Frostschäden sind irreversibel

Phase 4: Ernte und Nachbereitung (Oktober–November)

Erntetechniken

  • Ganze Pflanze schneiden: Am Hauptstamm abschneiden und komplett aufhängen
  • Einzelne Zweige: Reife Teile zuerst ernten, unreife länger stehen lassen
  • Staffelernte: Obere Buds reifen oft schneller als untere — gestaffelt ernten

Trocknung (7–14 Tage)

  • Ganze Zweige kopfüber aufhängen
  • Dunkel, gut belüftet, 18–21 °C, 55–65 % RH
  • Ventilator auf niedrigster Stufe — nicht direkt auf die Buds
  • Kleine Zweige brechen sauber = trocken genug
  • Zu schnell trocknet bei über 25 °C — Heu-Geschmack

Trimming

  • Sugar Leaves (kleine, harzige Blätter an den Buds) entfernen
  • Fan Leaves (große Blätter) bereits bei der Ernte entfernen
  • Trim nicht wegwerfen — ideal für Haschisch oder Butter

Curing (mindestens 4 Wochen)

  • Buds in Gläser (75 % befüllt)
  • Erste Woche: 2–3x täglich öffnen (Burping)
  • Ab Woche 2: 1x täglich öffnen
  • Ab Woche 4: Alle paar Tage öffnen
  • Boveda 62 % für konstante Feuchtigkeit
  • Curing verbessert Geschmack, Glätte und Potenz

Timing-Tabelle: Schnellübersicht

  • März–April: Keimung, Voranzucht, Abhärten
  • Mai: Auspflanzen nach Eisheiligen
  • Juni: Explosives Wachstum, Training, Düngung
  • Juli: Letztes Training, Blütevorbereitung
  • August: Blüteeinleitung, Düngung umstellen
  • September: Vollblüte, Schimmelkontrolle
  • Oktober: Ernte, Trocknung starten
  • November: Curing, Saison-Auswertung

Besondere Zeitpläne

Autoflower-Zeitplan

Autoflower sind unabhängig von der Tageslänge und ermöglichen flexibleres Timing:

  • Aussaat 1: Mai → Ernte Juli/August (10–12 Wochen)
  • Aussaat 2: Juli → Ernte September/Oktober
  • Kein Abhärten nötig bei direkter Aussaat ins Freie ab Mai

Guerilla-Grow Timing

Bei versteckten Outdoor-Grows in der Natur:

  • Später auspflanzen (Juni) um Pflanzen kleiner zu halten
  • Autoflower bevorzugen — kürzere Growzeit, weniger Besuche nötig
  • Ernte im September/Oktober planen — möglichst wenige Besuche

Fazit: Timing ist alles beim Outdoor-Cannabis-Anbau

Der Cannabis Outdoor Anbaukalender gibt dir den entscheidenden Vorteil: Du weißt immer genau, was wann zu tun ist. Von der Voranzucht im März über das explosive Wachstum im Sommer bis zur Ernte im Herbst — jede Phase hat ihre Aufgaben und ihr ideales Zeitfenster. Halte dich an den Kalender, beobachte deine Pflanzen täglich und passe das Timing an dein lokales Klima an. So holst du Jahr für Jahr das Maximum aus deinem Outdoor-Grow.

Dieser Artikel wurde von AboutWeed erstellt.