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Cannabis Photosynthese Prozess: Bio-Guide

Die Cannabispflanze
Cannabis Photosynthese Prozess

Cannabis Photosynthese Prozess: Bio-Guide

Die Photosynthese ist der fundamentale Prozess, durch den Cannabis Lichtenergie in chemische Energie umwandelt – und damit in Wachstum, Blüten und Cannabinoide. Wer den Cannabis Photosynthese Prozess versteht, kann seine Anbaubedingungen gezielt optimieren. Dieser Bio-Guide erklärt die Wissenschaft hinter dem Pflanzenwachstum.

Was ist Photosynthese?

Photosynthese ist die Umwandlung von Lichtenergie, Wasser und CO2 in Zucker (Glucose) und Sauerstoff. Die vereinfachte Formel:

6 CO2 + 6 H2O + Lichtenergie → C6H12O6 + 6 O2

Sechs Moleküle Kohlendioxid plus sechs Moleküle Wasser ergeben unter Lichteinwirkung ein Molekül Glucose und sechs Moleküle Sauerstoff.

Die zwei Phasen der Photosynthese

Phase 1: Lichtreaktion (in den Thylakoiden)

Die Lichtreaktion findet in den Chloroplasten statt, genauer in den Thylakoid-Membranen:

  1. Lichtabsorption: Chlorophyll fängt Photonen (Lichtteilchen) ein
  2. Wasserspaltung: Wasser wird in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten
  3. Elektronentransport: Energie wird in ATP und NADPH gespeichert
  4. Sauerstoff-Freisetzung: O2 wird als „Abfallprodukt" freigesetzt

Phase 2: Calvin-Zyklus (im Stroma)

Der Calvin-Zyklus (Dunkelreaktion) nutzt die in Phase 1 gespeicherte Energie:

  1. CO2-Fixierung: CO2 wird durch das Enzym RuBisCO gebunden
  2. Reduktion: ATP und NADPH werden verwendet, um CO2 in Zucker umzuwandeln
  3. Regeneration: Der Zyklus startet von vorne

Faktoren, die die Photosynthese bei Cannabis beeinflussen

FaktorOptimalZu wenigZu viel
Lichtintensität400–800 PPFD (ohne CO2)Langsames WachstumLichtverbrennung, Bleaching
CO2-Konzentration400–1500 ppmLimitiert die PhotosyntheseÜber 2000 ppm toxisch
Temperatur22–28 °CEnzyme arbeiten langsamEnzyme werden denaturiert
WasserRegelmäßig, Wet-DryStomata schließen sichWurzelfäule
NährstoffeAusgewogen (N, P, K, Mg)Chlorophyll-MangelNährstoffverbrennung

Licht und Photosynthese: Das Lichtspektrum verstehen

PAR (Photosynthetisch aktive Strahlung)

Cannabis nutzt Licht im Bereich von 400–700 nm Wellenlänge für die Photosynthese:

WellenlängeFarbeFunktion
400–450 nmBlauKompaktes Wachstum, starke Stängel, vegetative Phase
450–500 nmCyanUnterstützt Photosynthese
500–550 nmGrünDringt tiefer in die Blattstruktur ein
550–620 nmGelb/OrangeUnterstützend
620–700 nmRotHaupttreiber der Photosynthese, Blüte
700–780 nmFern-RotEmerson-Effekt, Streckung

DLI (Daily Light Integral)

Der DLI misst die Gesamtmenge an PAR-Licht, die eine Pflanze pro Tag erhält:

  • Vegetative Phase: 25–45 mol/m²/Tag
  • Blütephase: 40–65 mol/m²/Tag
  • DLI = PPFD x Stunden x 0,0036

CO2 und Photosynthese: Der limitierende Faktor

CO2 ist oft der limitierende Faktor in geschlossenen Growrooms:

  • Normale Luft: Ca. 400 ppm CO2
  • In geschlossenen Räumen: Kann schnell unter 200 ppm fallen
  • Optimiert: 800–1500 ppm mit CO2-Supplementierung
  • Photosynthese-Steigerung: Bis zu 30–40 % mehr Wachstum bei erhöhtem CO2

Wann lohnt sich CO2-Supplementierung?

VoraussetzungMinimum
LichtintensitätMindestens 600 PPFD
Temperatur28–32 °C (höher als normal)
NährstoffversorgungOptimal (höhere EC-Werte)
LuftdichtigkeitAbluft während CO2-Gabe aus
Nur in der LichtphaseNachts kein CO2 nötig

Chlorophyll: Das grüne Kraftwerk

Chlorophyll ist das Pigment, das Licht absorbiert und die Photosynthese ermöglicht:

  • Chlorophyll a: Absorptionspeaks bei 430 nm (blau) und 662 nm (rot)
  • Chlorophyll b: Absorptionspeaks bei 453 nm (blau) und 642 nm (rot)
  • Für die Chlorophyll-Produktion nötig: Stickstoff, Magnesium, Eisen
  • Chlorophyll-Mangel erkennbar an gelben Blättern (Chlorose)

Nährstoffe für optimale Chlorophyll-Produktion

NährstoffRolleMangelsymptom
Stickstoff (N)Baustein des Chlorophyll-MolekülsGelbe Blätter von unten nach oben
Magnesium (Mg)Zentralatom im ChlorophyllVergilbung zwischen Blattadern
Eisen (Fe)Nötig für Chlorophyll-SyntheseVergilbung junger Blätter
Mangan (Mn)Cofaktor bei der WasserspaltungBraune Flecken zwischen Adern

Photosynthese optimieren: Praktische Tipps

  1. Licht optimieren: PPFD von 400–800 für die Vegetationsphase, 600–1000 für die Blüte
  2. Luftzirkulation: CO2-reiche Luft muss an die Blätter gelangen
  3. Temperatur steuern: 22–28 °C für optimale Enzymaktivität
  4. Nährstoffe sichern: Ausreichend Stickstoff und Magnesium für Chlorophyll
  5. Blätter sauber halten: Staub auf Blättern reduziert die Lichtabsorption
  6. Reflektives Material: Mylar oder weiße Wände maximieren die Lichtausnutzung
  7. Entlauben mit Bedacht: Zu viel Defoliation reduziert die Photosynthese-Kapazität

Photosynthese und der Tag-Nacht-Zyklus

Cannabis betreibt Photosynthese nur während der Lichtphase. In der Dunkelphase findet Zellatmung statt:

  • Lichtphase: CO2 aufnehmen, O2 freisetzen, Zucker produzieren
  • Dunkelphase: Zucker verbrauchen für Wachstum, CO2 freisetzen
  • Netto-Ergebnis: Mehr Zucker produziert als verbraucht = Wachstum

Die Dunkelphase ist nicht „Auszeit" – hier wachsen die Pflanzen tatsächlich. Die in der Lichtphase produzierten Zucker werden in der Dunkelphase für Zellteilung und Wachstum verwendet.

FAQ: Cannabis Photosynthese Prozess

Können Cannabis-Pflanzen zu viel Licht bekommen?

Ja. Bei zu hoher Lichtintensität (über 1000 PPFD ohne CO2) tritt Lichtstress auf. Die Pflanze kann die überschüssige Energie nicht nutzen und schützt sich durch Bleaching (weiße Blattspitzen) oder Verbrennungen.

Warum sind Cannabis-Blätter grün?

Chlorophyll absorbiert rotes und blaues Licht und reflektiert grünes Licht – daher erscheinen Blätter grün. Interessanterweise ist grünes Licht nicht „nutzlos" – es dringt tiefer in die Blattstruktur ein und trägt zur Photosynthese bei.

Hilft mehr CO2 immer bei mehr Wachstum?

Nur wenn auch Licht und Nährstoffe optimal sind. CO2-Supplementierung ohne starkes Licht (mindestens 600 PPFD) bringt keinen messbaren Vorteil. Alle Faktoren müssen zusammenspielen.

Dieser Artikel wurde von AboutWeed erstellt.