
Das Spülen der Cannabispflanze (Flushing) ist ein wichtiger Schritt vor der Ernte, bei dem die Pflanze für 1–2 Wochen nur mit reinem, pH-eingestelltem Wasser gegossen wird. Ziel ist es, überschüssige Nährstoffe und Mineralien aus der Pflanze und dem Substrat zu entfernen, um einen sauberen, milden Geschmack des Endprodukts zu erzielen.
Während des gesamten Grows nehmen Cannabispflanzen Mineralien und Salze aus dem Dünger auf. Einige davon werden in den Blättern und Blüten gespeichert. Ohne Flush können diese Rückstände den Geschmack und das Abbrennverhalten negativ beeinflussen:
| Mit Flush | Ohne Flush |
|---|---|
| Sanfter, sauberer Geschmack | Harscher, chemischer Geschmack |
| Weiße bis hellgraue Asche | Dunkle bis schwarze Asche |
| Gleichmäßiges Abbrennen | Knisterndes, ungleichmäßiges Brennen |
| Angenehmer Rauch | Kratziger, beißender Rauch |
| Substrat | Flush-Dauer | Beginn vor der Ernte |
|---|---|---|
| Erde | 10–14 Tage | 2 Wochen vor der Ernte |
| Kokos | 7–10 Tage | 1–1,5 Wochen vor der Ernte |
| Hydroponik | 5–7 Tage | 1 Woche vor der Ernte |
Um den richtigen Flush-Zeitpunkt zu bestimmen, musst du den Erntezeitpunkt abschätzen. Kontrolliere die Trichome mit einer Lupe: Wenn etwa 50% der Trichome milchig sind und du in 1–2 Wochen ernten möchtest, ist es Zeit für den Flush.
Erde hat die höchste Nährstoffbindungskapazität, daher ist der längste Flush nötig. Der erste Spülgang mit der 2–3-fachen Topfmenge Wasser entfernt den Großteil der Salze.
Kokos hat eine hohe Kationenaustauschkapazität, gibt gespeicherte Nährstoffe aber leichter ab als Erde. 7–10 Tage reichen in der Regel.
Am einfachsten: Nährlösung durch reines, pH-eingestelltes Wasser ersetzen. Die Pflanzen haben direkten Zugang zum Wasser und spülen sich schnell sauber.
Bei rein organischem Anbau ist der Flush weniger kritisch, da organische Nährstoffe langsamer freigesetzt werden und die Pflanze weniger Mineralrückstände einlagert. Viele Bio-Grower spülen trotzdem 1 Woche vor der Ernte, um sicherzustellen, dass alle Nährstoffe verbraucht werden.
Ein zu früher Flush kann dazu führen, dass die Pflanze in den letzten Wochen der Blüte Nährstoffmangel leidet. Die Blüten entwickeln sich nicht vollständig und der Ertrag leidet.
Wenn der Flush zu spät beginnt, bleiben Nährstoffrückstände in den Blüten. Das Ergebnis: harscher Geschmack und dunkle Asche.
Auch beim Flush muss der pH-Wert des Wassers stimmen. Falscher pH kann in den letzten Tagen noch Nährstoffprobleme verursachen.
Der erste Spülgang soll gründlich sein, aber danach gelten die normalen Gießregeln. Ständig nasse Erde fördert Wurzelfäule – besonders problematisch kurz vor der Ernte.
Nein. THC, CBD und Terpene sind in den Trichomen gespeichert und werden vom Flush nicht beeinflusst. Der Flush entfernt nur wasserlösliche Mineralien und Salze.
Es ist weniger notwendig, aber ein kurzer Flush (5–7 Tage) schadet nicht und kann den Geschmack weiter verfeinern.
Ja, Enzymprodukte können abgestorbene Wurzeln und organische Rückstände im Substrat abbauen und den Flush-Effekt verstärken.
Das Spülen der Cannabispflanze vor der Ernte ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Schritt, der die Qualität des Endprodukts erheblich verbessern kann. Ein sauberer Flush führt zu besserem Geschmack, weißer Asche und sanftem Rauch – Qualitätsmerkmale, die den Unterschied zwischen durchschnittlichem und erstklassigem Cannabis ausmachen.
Dieser Artikel wurde von AboutWeed erstellt.

9. Februar 2026