Cannabis Topping Methode – Verzweigung gezielt fördern
Die Topping Methode ist die wichtigste Trainingstechnik, um die Verzweigung deiner Cannabispflanze gezielt zu fördern. Durch das Entfernen der Wachstumsspitze wird die Pflanze dazu angeregt, mehrere Seitentriebe gleichmäßig zu entwickeln statt nur einem dominanten Haupttrieb. Das Ergebnis ist eine buschigere, breitere Pflanze mit besserer Lichtnutzung und höheren Erträgen.
Verzweigung verstehen – Apikale Dominanz
Um zu verstehen, warum Topping funktioniert, musst du das Prinzip der apikalen Dominanz kennen. In der Natur wächst eine Cannabispflanze primär nach oben – ein einzelner Haupttrieb dominiert das Wachstum und unterdrückt die Seitentriebe.
Wie die Pflanze Verzweigung steuert
- Auxin (Wachstumshormon): Wird in der Spitze produziert und fließt nach unten
- Wirkung des Auxins: Hemmt das Wachstum der Seitentriebe – je näher an der Spitze, desto stärker die Hemmung
- Durch Topping: Auxin-Quelle wird entfernt → Seitentriebe werden enthemmt → Verzweigung wird gefördert
- Cytokinine: In den Wurzeln produzierte Hormone fördern das Seitentriebwachstum – nach dem Topping gewinnen sie die Oberhand
Verzweigung durch verschiedene Topping-Varianten
Es gibt verschiedene Ansätze, die Verzweigung durch Topping zu fördern. Jeder hat seine eigenen Vor- und Nachteile.
Standard-Topping
Das klassische Topping am obersten Nodium ist die einfachste und zuverlässigste Methode.
- Erzeugt 2 gleichstarke neue Haupttriebe
- Fördert auch das Wachstum der darunterliegenden Seitentriebe
- Einfach durchzuführen, vorhersagbares Ergebnis
- Geeignet für Anfänger und Fortgeschrittene
Topping am 3. Nodium
Beim Topping am 3. Nodium wird tiefer geschnitten und alle Triebe und Blätter unterhalb werden entfernt. Das ist die Basis für Mainlining.
- Nur die zwei Triebe am 3. Nodium bleiben
- Extrem symmetrische Pflanzenstruktur
- Maximale Kontrolle über die Verzweigung
- Längere Vegetationsphase nötig
FIMming als Alternative
Beim FIMming wird nur 75 % der Spitze entfernt, statt sie komplett abzuschneiden.
- Kann 3–5 neue Triebe erzeugen statt nur 2
- Weniger Stress für die Pflanze
- Ergebnis ist weniger vorhersagbar
- Ideal zur Förderung maximaler Verzweigung bei wenig Platz
Verzweigung weiter fördern – Kombination mit LST
Topping und Low Stress Training (LST) sind die perfekte Kombination, um die Verzweigung zu maximieren. Während Topping neue Triebe erzeugt, werden diese durch LST horizontal geführt, was weitere Seitentriebe stimuliert.
Schritt-für-Schritt-Kombination
- Woche 3: Erstes Topping am 5.–6. Nodium
- Woche 4: Die zwei neuen Haupttriebe mit LST nach außen biegen
- Woche 4–5: Seitentriebe wachsen und werden ebenfalls mit LST trainiert
- Woche 5: Optional zweites Topping der neuen Haupttriebe
- Woche 5–6: Erneutes LST der neuen Triebe
- Woche 7: Umschalten auf Blüte – die Pflanze hat nun 8+ gleichmäßige Triebe
Verzweigungsmuster und Pflanzenarchitektur
Durch geschicktes Topping und Training kannst du verschiedene Pflanzenarchitekturen erzeugen, die für unterschiedliche Setups optimiert sind.
Symmetrische Verzweigung (Mainline)
- Alle Triebe gehen vom selben Punkt am Hauptstamm ab
- Perfekte Gleichmäßigkeit – alle Colas werden gleich groß
- Erfordert mehrere Toppings und konsequentes Entfernen überschüssiger Triebe
- Beste Architektur für gleichmäßige Ergebnisse
Natürliche Verzweigung (minimales Training)
- Ein Topping + LST der Haupttriebe
- Seitentriebe wachsen natürlich
- Weniger Arbeit, aber weniger gleichmäßig
- Gut für Sorten, die von Natur aus buschig wachsen
Flache Krone (ScrOG-optimiert)
- Mehrfaches Topping + horizontales Training unter einem Netz
- Maximale Lichtnutzung auf einer definierten Fläche
- Ideal für limitierte Deckenhöhe
- Höchste Erträge pro Quadratmeter
Verzweigung nach Sortentyp
Verschiedene Cannabissorten reagieren unterschiedlich auf Topping und zeigen unterschiedliche natürliche Verzweigungsmuster.
Indica-dominante Sorten
- Natürlich buschiger Wuchs mit starker Verzweigung
- Oft reicht 1x Topping, um eine gute Kronenstruktur zu erzielen
- Dicke, stabile Triebe, die HST gut vertragen
- Kürzere Internodien – dichtes, kompaktes Wachstum
Sativa-dominante Sorten
- Weniger natürliche Verzweigung, stärkere apikale Dominanz
- Profitieren besonders von mehrfachem Topping
- Lange Internodien – Topping hilft, die Höhe zu kontrollieren
- Benötigen mehr Training für ein gleichmäßiges Kronendach
Verzweigung und Ertrag – Der direkte Zusammenhang
Mehr Verzweigung bedeutet mehr Blütenstände, und mehr Blütenstände bedeuten potenziell höheren Ertrag. Allerdings gibt es einen Punkt abnehmender Erträge.
Optimale Anzahl an Haupttrieben
- 1 Haupttrieb (ungetoppt): Eine große Cola, aber viele kleine Popcorn-Buds
- 2–4 Haupttriebe: Guter Kompromiss – wenig Aufwand, deutliche Ertragssteigerung
- 4–8 Haupttriebe: Optimaler Bereich für die meisten Indoor-Grows
- 8–16 Haupttriebe: Nur bei langer Veg-Phase und viel Platz sinnvoll
- 16+ Haupttriebe: Punkt abnehmender Erträge – die einzelnen Colas werden zu klein
Fehler bei der Verzweigungsförderung
- Zu viel auf einmal: Topping + LST + Entlaubung gleichzeitig überfordert die Pflanze
- Keine Erholungszeit: Zwischen den Toppings mindestens 7–10 Tage warten
- Zu viele Triebe behalten: Nicht jeder Seitentrieb sollte behalten werden – entferne schwache Triebe
- Licht ignorieren: Mehr Triebe nützen nichts, wenn nicht genug Licht für alle vorhanden ist
- Autoflower zu spät toppen: Bei Autoflowern muss das Topping früh erfolgen, da die Veg-Phase fest terminiert ist
Fazit: Verzweigung als Schlüssel zum Ertrag
Die Cannabis Topping Methode ist der effektivste Weg, die Verzweigung deiner Pflanzen gezielt zu fördern. Durch das Brechen der apikalen Dominanz und die Kombination mit LST erzeugst du eine Pflanzenarchitektur, die das verfügbare Licht optimal nutzt und deutlich höhere Erträge ermöglicht. Ob du dich für einfaches Topping, Mainlining oder ScrOG entscheidest – die Förderung der Verzweigung ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Indoor-Grow.
Dieser Artikel wurde von AboutWeed erstellt.